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Vereinschronik des RSV Weiterode 1912

Sonstiges

Dienstag, den 19. August 2008 um 18:24 Uhr

Chronik Radsportverein 1912 "Frisch-Auf" Weiterode e.V.

Durch die Erfindung des ersten Fahrrades in Deutschland durch den Forstmeister Karl Friedrich Freiherr von Drais, die Anmeldung zum Patent im Jahre 1817 und die stetige Fortentwicklung zum für jedermann erschwinglichen Fahrrad in den Jahren um die Jahrhundertwende, begannen die ersten Bestrebungen das Fahrrad als Sportgerät zu entdecken.

Unser Verein wurde im Januar 1912 durch 12 junge Männer, Ludwig Trieselmann, Martin Frank, Paul Gerlach, Christian Hilmes, Konrad Ernst, Eckhardt König, Gottfried Kanngießer, Chr. Heinrich Funk, Paul Paul, Johann Koch, Adam Thon und Johannes Roppel in der damaligen Gaststätte Paul gegründet. Man wählte Ludwig Trieselmann zum 1. Vorsitzenden und legte die Vereinsfarben (blau-weiß) sowie den Namen des Vereins „Frisch-Auf“ fest.

In den ersten beiden Jahren wurden im Sommer, mit in Vereinsfarben geschmückten Rädern, Radfahrfeste in den umliegenden Dörfern besucht sowie vereinsinterne Wanderfahrten und Radrennen durchgeführt. Der Erste Weltkrieg 1914 – 1918 behinderte die junge Vereinstätigkeit stark, denn die meisten Vereinsmitglieder mussten Kriegsdienst leisten. Nach Kriegsende wurde die Vereinstätigkeit wieder aufgenommen und die Mitgliederzahl stieg stetig an. Bis 1920 war Ludwig Trieselmann 1. Vorsitzender.

Original VereinsfahneZum 10jährigen Bestehen wurde die Vereinsfahne eingeweiht. Der Verein bestand aus 55 Mitgliedern. Zu dieser Zeit war es üblich, dass sich die Vereine Verbänden anschlossen. Es gab den bürgerlichen „Deutschen Radfahrbund“ und den Arbeiter Radfahrerbund „Solidarität“. Da im Weiteröder Radfahrverein alle Schichten (Arbeiter, Beamte und selbständige Handwerker) vertreten waren, konnte man sich nicht für einen der beiden Verbände entscheiden.

Bis 1924 wechselten sich die Vorsitzenden Johannes Höll, Daniel Pfau, Peter Gleim und Heinrich Gerlach jährlich ab. Wegen der Verbandstreitigkeiten legte Heinrich Gerlach im August sein Amt nieder. Nun übernahm der 2. Vorsitzende Georg Gernhardt die Vereinsleitung und wurde in der Jahreshauptversammlung 1925 zum 1. Vorsitzenden gewählt. Während man im Inflationsjahr 1923 Einnahmen von fast einer halben Million im Kassenbuch verzeichnen konnte, schwand dieser „Reichtum“ mit der Goldmark.

In der Jahreshauptversammlung am 16. Januar 1926 wurde beschlossen, ein Tanzpodium zu beschaffen. Da aber nicht ausreichend Geld vorhanden war, verzögerte sich die Beschaffung bis 1927. Da auch jetzt keine 100 Mark in der Vereinskasse waren, nahm der Verein eine Anleihe bei seinen Mitgliedern auf, kaufte für 360 Mark Hobeldielen und das Tanzpodium wurde in Eigenleistung erbaut. Beim 15jährigen Stiftungsfest in 1927 wurde es eingeweiht. Da der Verein eine Einnahme von über 600 Mark erzielte, konnte die Anleihe den Mitgliedern zurückgezahlt werden. Dieses Tanzpodium erwies sich als eine sehr gute Einnahmequelle. Man verlieh es im Jahr mehrmals an andere Vereine.

Nach der Machtübernahme 1933 konnte der Verein weiterhin bestehen bleiben da er keinem Verband angehörte, denn alle Vereine die den Arbeiterverbänden angehörten wurden verboten und deren Vereinsvermögen beschlagnahmt. Man vermutete, dass diese Vereine unter sozialdemokratischem oder kommunistischem Einfluss standen. Unser 1. Vorsitzender musste sich umbenennen in „Vereinsführer“. Beim Ausbruch des Zweiten Weltkrieges hatte der Verein 83 Mitglieder, allesamt Männer. Viele von ihnen wurden zum Kriegsdienst einberufen, sodass das Vereinsleben 1943 zum Erliegen kam.

Nach Kriegsende berief der noch amtierende 1. Vorsitzende Georg Gernhardt am 26. März 1949 eine Versammlung ein, zu der 19 Mitglieder erschienen. Man beschloss die Vereinstätigkeit wieder aufzunehmen. Adam Osan, damaliger Schriftführer, teilte den Anwesenden mit, dass das erste Protokollbuch des Vereins von den amerikanischen Besatzungssoldaten als Souvenir entwendet worden war. In diesem Protokollbuch war die Vereinssatzung und die Vereinsordnung niedergeschrieben. Um auch weibliche Mitglieder und Jugendliche unter 18 Jahre als Mitglieder aufnehmen zu können musste eine neue Satzung erstellt werden. Die Mitgliederzahl wuchs bis 1950 auf 68 Mitglieder an, sodass die Vereinsaktivitäten wieder aufgenommen werden konnten.

Durch eine heimtückische Krankheit musste nach 26 Jahren Georg Gernhardt den Vorsitz abgeben. Wilhelm Brall übernahm dessen Amt am 29. Juni 1951 und versprach den Verein zu einem echten Radsportverein wachsen zu lassen. Neben dem bisherigen Straßenradsport wurde nun der Saalradsport im Verein aufgenommen. Die ersten Saalkunsträder und Einräder wurden in Eigenleistung bei den Mitgliedern Hans Frank und Alfred Noll gebaut und der Übungsbetrieb im Saal unseres damaligen Vereinswirts Willi Vogt aufgenommen. Der vom Verein ausgeübte Straßen- und Saalradsport ließ den Verein bereits 1952 auf 113 Mitglieder anwachsen. Da für den Hallenradsport die unbedingt notwendigen Sportunterlagen fehlten, beschloss der Verein am 28. März 1953 dem Rad und Kraftfahrerbund „Solidarität“ beizutreten. Diesem Verband gehörten bereits viele Vereine aus unserem Kreis an.

An den Pfingstfeiertagen am 7. und 8. Juni 1954 fand ein großes Bezirksradsportfest mit einem Straßenrennen statt. Dieses Fest führte zu öffentlichen Angriffen gegen den 1. Vorsitzenden Wilhelm Brall, nicht nur von Seiten der Kirche, weswegen er daraufhin sein Amt niederlegte. Unser Ehrenmitglied Heinrich Paul, er verstarb im Jahr 2002 übernahm bis zur nächsten Jahreshauptversammlung die Amtsgeschäfte des 1. Vorsitzenden. 1955 leitete Willi Holstein den Verein, 1956 bis 1959 sein Schwager Hans Frank. Die sportlichen Tätigkeiten des Vereins ließen in diesen Jahren etwas nach, kamen aber nie ganz zum Erliegen.

Ab 1960 übernahm Wilhelm Osan die Vereinsführung. Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass der Sportbetrieb aufrecht erhalten werden konnte und dass 1962 anlässlich des 50jährigen Vereinsjubiläums ein großes Radrennen mit Rennfahrern aus Kassel, Fulda, Frankfurt und anderen hessischen Orten in Weiterode durchgeführt wurde. Auch fuhren in diesem Jahr erstmalig Mitglieder unseres Vereins auf Einladung des Radsportvereins Wölfershausen mit nach Frankreich zum Radsportverein  „Societé Cycliste La  Flèche Rombas“ und begründeten eine bis heute bestehende Freundschaft. Mitte der 60er Jahre bemühte man sich den Sportbetrieb den Saalsport zu beleben. Alfred Noll, Erich Paul, Georg Gleim und Wilhelm Osan nahmen 1965 an einem Lehrgang der Landesleitung des Bundes Solidarität in Tann teil. In diesem Jahr schaffte man 2 neue Radballmaschinen an, trotzdem gelang es nicht in den kommenden Jahren den Sportbetrieb wieder in Gang zu bringen. Das änderte sich im Jahr 1969. Man nahm sich vor den Sportbetrieb nach den Sommerferien auf jeden Fall wieder aufzunehmen. Karl Wetterau wurde Sport- und Jugendleiter und Walter Groh Radballfachwart. Anfang 1970 schaffte man 2 neue Kunsträder an und der Sportbetrieb war wieder aktiv. Im November 1970 fand die 1. Hallenradsportschau (Werbeabend) in der Turnhalle statt, wobei 19 Sporttreibende in den radsportlichen Disziplinen Radball, Kunst- und Reigenfahren sowie im Einradreigen ein abwechslungsreiches Programm boten. Diese sportliche Veranstaltung war in der Geschichte des Radsportvereins Weiterode ein absoluter Höhepunkt.

1971 übernahm Günter Döttger als 1. Vorsitzender den Verein und leitete ihn bis 1983. Pfingsten 1972 wurde zusammen mit dem Schützenverein das 60jährige Vereinsjubiläum mit Radsportfreunden aus Rombas/Frankreich und Genk/Belgien ganz groß gefeiert. Über 120 Privatquartiere wurden von den Vereinsmitgliedern und Weiteröden zur Verfügung gestellt. Radsportvorführungen am Kommersabend, ein internationales Radballturnier sowie ein Straßenrennen am 2. Pfingsttag rundeten das Festprogramm ab. veranstaltet. Der Sportbetrieb erlebte einen regelrechten Aufschwung. 1971 qualifizierten sich nach fast 15 Jahren bereits 8 Sportler für die Teilnahme an den Landesmeisterschaften in Langenselbold. Im Jahr 1972 stand unser Verein mit an führender Stelle im Radsport in Nordhessen und konnte zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte zwei Hessenmeistertitel erlangen. Im 2er Kunstradfahren Renate Gerlach und Elke Wetterau, im Radball Bernd Gerlach und Claus Werner Reinmüller. Renate Gerlach und Elke Wetterau qualifizierten sich auch für die Deutsche Meisterschaft in Hamburg und errangen einen beachtlichen 8. Platz. 1973 erreichten beide Teams nochmals dieses Ergebnis. Nach einer Satzungsänderung wurde unser Verein im Jahr 1973 in das Vereinsregister beim Amtsgericht aufgenommen.  Der Vereinsname wurde mit dem Zusatz eingetragener Verein (e. V.) ergänzt. Die Trainerarbeit von Karl Wetterau im Kunstradfahren und Walter Groh im Radball zahlten sich aus. In den folgenden Jahren ging es weiter mit Hessenmeistertiteln: 1974 Harald Gleim und Udo Paul im Radball, 1976 Petra Bode im 1er Kunstfahren. Am 25.05.1975 wurde zum ersten Mal ein Volksradfahren durchgeführt. Auch die Ausrichtung der Kirmes 1975 wurde dem Radsportverein übertragen und im Oktober erfolgreich durchgeführt. Kirmesmädchen und Burschen waren Renate Gerlach, Elke Wetterau, Claudia Paul, Gerd Reh, Bernd Gerlach und Ulrich Brenner.

Unter der Vereinsführung von Günter Döttger wurde das Vereinsleben durch viele Veranstaltungen, wie z. B.  Sonnenwendfeuer, Wintervergnügen mit Tanzkapelle, Winterwanderungen, im Sommer das Burgrainfest sowie die Teilnahme an den Kirmesfestzügen aufgewertet. Auch Fahrten zum 6-Tagerennen sowie Brauereibesichtigungen wurden organisiert.  Er bemühte sich besonders, die französische Freundschaft durch gegenseitige Besuche zu festigen, 1974 wurde sogar eine Busfahrt nach Rombas organisiert wo man auch die Kriegsgräberstätte „Verdun“ besuchte. Anlässlich des 100jährigen Vereinsjubiläums der Kyffhäuserkameradschaft wurde als Rahmenveranstaltung an Pfingsten 1976 ein internationales Radballturnier mit Sportlern aus Frankreich, Belgien und der Schweiz veranstaltet. Die Gäste wurden wieder in Privatquartieren bei unseren Mitgliedern untergebracht.

Mitte der 70er Jahre wurden von der Landesjugendleitung der „Solidarität“ Zeltlager mit Trainingsbetrieb in Seeheim, Laubach, Heringen und Obersuhl durchgeführt, an denen Sportler aus ganz Hessen teilnahmen. In dieser Zeit war Karl Wetterau als Sport- und Jugendleiter sowie als Kampfrichter tätig und unterstützte diese Zeltlager in ganz Hessen tatkräftig. So konnte in den Sommerferien 1981 auch an der Großsporthalle in Bebra ein Jugendzeltlager mit Training im Kunstradfahren und Radball durchgeführt werden.

Anfang der 70er Jahre bis Mitte der 80er Jahre wurde auch die Jugendarbeit neben dem Sport sehr aktiv betrieben. Zu erwähnen ist hier die Begegnung mit Jugendlichen aus Frankreich und Belgien an unserem Jubiläumsfest sowie weitere Begegnungen in Frankreich und Belgien. Ende der 70er wurde die Jugendgruppe „Solitreff“ benannt. Es wurden Film- und Discoabende,  Vorträge, Nachtwanderungen, sowie Fahrten u. a. in das Eisstadion nach Kassel durchgeführt. Es entstand das Freizeitgelände am Schäfersberg, welches bis Anfang 2000 fast in jedem Jahr für Zeltlager und Sommerfest genutzt wurde. Die Kinder und Jugendlichen hatten hier sehr viel Spaß bei Radtouren, Schwimmbadbesuchen, Traktorfahrten und Lagerfeuer, welches über mehrere Tage mit selbst hergerichtetem Brennholz bestückt wurde und nicht erlosch.

1980 wechselte der Verein vom Verband RKB Solidarität zum BDR Bund Deutscher Radfahrer.

Im Juli 1982 wurde das 70jährige Vereinsjubiläum gefeiert. Der letzte noch lebende Vereinsmitgründer Konrad Ernst wurde bei der Veranstaltung geehrt. Auch ein Rundstreckenrennen wurde anlässlich des Jubiläumsfestes ausgerichtet.
Ende 1983 übernahm Bernd Gerlach den Vereinsvorsitz, den er bis Januar 1993 fortführte. Der 6er Einradreigen mit Petra Bode, Claudia Holstein, Andrea Pfau, Simone Holstein, Sabine Holzhauer und Andrea Holstein konnte 1984 und 1985 sogar den 1. Platz bei der „Deutschen Südwestmeisterschaft“ erringen und wurde für diese Leistung als „Mannschaft des Jahres“ in unserem Kreis geehrt. Daraufhin engagierte man den Einradreigen für die Veranstaltung „Sport und Show“ in Bad Hersfeld.

Unser sportlicher Leiter für Straßenradsport Dieter Schmitt organisierte in 1984 die erste Radtourenfahrt (RTF) mit den Strecken von 55, 111 und 150 km Länge für sportliche Fahrer mit Rennrad und 25 km für Volksradfahrer. Über 100 Tourenfahrer und 100 Wanderfahrer waren bei dieser 1. Veranstaltung am Start. Auch wurde das 2. Rundstreckenrennen mit 95 Sportlern durchgeführt. Diese RTF-Veranstaltung wurde bis 2009 einmal jährlich durchgeführt und hatte sich in Weiterode als fester Veranstaltungstermin etabliert, an der in den Spitzenjahren bis zu 400 Sportler teilnahmen. Aufgrund rückgängiger Teilnehmerzahlen wurde diese Veranstaltung vorerst eingestellt.

Anlässlich des 75jährigen Vereinsjubiläums im Jahr 1987 richtete der Verein die Bezirksmeisterschaften im Kunstradfahren und die Kreismeisterschaften im Radball aus. Auch ein Rundstreckenrennen über 2,6 km Länge, mit Teilnahme von zahlreichen Kommunalpolitikern und Vorsitzenden von Weiteröder Vereinen wurde durchgeführt. Bereits frühzeitig endete dieses Rennen für Ortsvorsteher Kurt Borschel, eine Bürgersteigkante in der zweiten Kurve wurde ihm zum Verhängnis. Die Jubiläumsfeier fand am 22. und 23. August 1987 statt. Der Verein hatte zu einem Radballturnier eingeladen, an dem Mannschaften aus Rombas, Wilhelmsfeld, Albungen, Schenklengsfeld, Tann und Ronshausen teilnahmen. Der Festkommers fand am Samstagabend in „Ellis Saal“ statt. Nach dem offiziellen Empfang der französischen Gäste am Sonntag klang die Jubiläumsfeier mit einem Grillabend auf der Röderweghütte aus.

1985 und 1988 wurde Heiko Schaar Hessenmeister, 1986 Südwestdeutscher Meister. In diesen Jahren begann die Unterstützung von Heikos Vater Ingo Schaar als Trainer in der Kunstradfahrabteilung. 1986 gewann Heike Schmitt die Hessenmeisterschaft. 1989, 1990, 1991 wurde Claudia Noll 3mal in Folge Hessenmeisterin.

Um die Vereinskasse wieder etwas aufzufüllen entschloss sich der Verein die Ausrichtung der Kirmes 1989 durchzuführen. Dies war nur durch die Hilfe vieler Vereinsmitglieder möglich.

Der Notstand zur Unterbringung der für so viele Sportler beschafften Räder zwang den Verein dazu in 1992 an die Mehrzweckhalle anzubauen. Mit Unterstützung des damaligen Landrates, dem Weiteröder Alfred Holzhauer, wurde in Eigenleistung unter tatkräftiger Regie von Karl Wetterau in einem Jahr der Anbau mit Zugang zur Halle erstellt und das Problem der Unterbringung gelöst.

Im Januar 1993 wurde Karl Wetterau 1. Vorsitzender. Folgende Sportler konnten den Hessenmeistertitel erlangen: 1992 Jessica Jacobi sowie 1994 den 8. Platz bei der Deutschen Meisterschaft, 1996 Sarah Taubert, 1997 Katharina Kessler, 1998 Sarah Taubert, 2000 Sara Cheik Ibrahim. In diesem Jahr beendete Karl Wetterau seine Tätigkeit als Übungsleiter im Kunstradfahren. Leider endeten dadurch auch die Aktivitäten im Reigen- und Einradfahren im RSV.

Im Januar 1999 wurden die Vereinsgeschäfte von Thorsten Wilhelm übernommen. Auf Veranlassung des Radsportvereins wurde Karl Wetterau mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet. Die Ehrung wurde anlässlich der RTF im Juni 1999 durch Landrat Roland Hühn durchgeführt, wobei Karl Wetterau auch zum Ehrenvorsitzenden des RSV ernannt wurde. Bei seiner Laudatio bezeichnete er Karl Wetterau als einen Vereinsmenschen im überaus positiven Sinne und zählte dabei die Stationen der ehrenamtlichen Tätigkeit als Sport- und Übungsleiter im Kunstradfahren, der Vorstandstätigkeit, der Arbeit im Verband, den Verpflichtungen als Kampfrichter, die Initiative für die deutsch-französische Freundschaft mit dem Radsportverein im lothringischen Rombas sowie dem Wirken in anderen Weiteröder Vereinen.

Im Sommer 2001 übernahm Stephan Döttger zuerst in Vertretung und ab Januar 2002 als 1. Vorsitzender den Vereinsvorsitz. Unsere Radwandergruppe unternahm zum ersten Mal eine Mehrtagesfahrt auf dem Feenradweg bei Leer in Ostfriesland.

2002 wurden das 90jährige Vereinsjubiläum und die 40jährige deutsch-französische Freundschaft mit einem internationalen Radballturnier sowie einem Festkommers in „Ellis Saal“ begangen. Im November besuchten wir die Hallenradsport-Weltmeisterschaft in Dornbirn in Österreich.

2004 führte uns die Radwandergruppe mit 18 Teilnehmern in das Altmühltal. Die An- und Abfahrt erfolgte mit der Bahn. Wir hatten bei dieser Bahnreise sehr viel Glück. Einen Platz für 18 Personen mit Fahrrädern im Zug an einem Feiertags-Wochenende zu finden, ist fast unmöglich. Die Radtour startete in Steinau bei Rotenburg o.d. Tauber und endete in Eichstätt.

2005 errang Swantje Glock den Hessenmeistertitel und Sara Cheik Ibrahim belegte den 14. Platz bei der Deutschen Meisterschaft. Hannah Auth belegte bei der Hessenmeisterschaft den 2. Platz. Im November wurde eine 3 Tagesfahrt nach Freiburg zur Weltmeisterschaft im Hallenradsport organisiert. Unsere Kunstradsportlerinnen traten bei den Veranstaltungen „Grüner Rasen“ in Rotenburg und Sport und Show in Bad Hersfeld auf. Die Radwandergruppe organisierte eine Kanutour mit 40 Teilnehmern auf der Fulda. Bereits in Breitenbach nach der Brücke kenterte das erste Boot, später gingen noch einige Teilnehmer baden. Nach der Einkehr im Gänsemarkt in Heinebach erfolgte die Heimfahrt mit unseren Fahrrädern, die bei der Ankunft mit den Kanus bereits vor Ort waren und auf uns warteten.

Den größten Erfolg im Kunstradfahren in der fast hundertjährigen Vereinsgeschichte konnte der RSV Weiterode im Jahr 2006 verbuchen: 3 Hessenmeisterinnen – Sara Cheikh Ibrahim, Hannah Auth und Swantje Glock.  Bei der Deutschen Meisterschaft belegten Auth und Glock die Plätze 8 und 9. Das war auch für Trainer Ingo Schaar, der seit 25 Jahren als Trainer tätig ist, der größte Erfolg. Bei einer Polizeiveranstaltung in Neumünster wurden unsere Kunstradfahrerinnen unter Vertrag genommen und zeigten dort erfolgreich ihr Showprogramm. Die Radwandergruppe organisierte eine 3 Tages Tour nach Altenburschla im Werratal. Am zweiten Tag wurde die Radtour mit einer Kanutour kombiniert. Da die Werra nach vielen Regenfällen Hochwasser führte, kam es bereits beim Start unter der alten Werrabrücke in Kreuzburg zu großen Verlusten. 2 Kanus kenterten, es ging jedoch alles gut aus und keiner wurde verletzt.

2007 fand anlässlich der 950 Jahrfeier eine Ausstellung sowie Kunstradvorführungen beim stehenden Festzug in der Turnhalle statt. Im Oktober wurde der Bezirkspokal im Kunstradfahren in der Großsporthalle in Bebra durchgeführt.

2008 wurde bei herrlichem Sommerwetter eine gemeinsame Fahrt der Radwandergruppe mit 27 Teilnehmern in den Spreewald, sowie ein von den Radballern organisiertes Bamberg Wochenende mit Weinprobe durchgeführt. Der Kirmesbeitrag des RSV „Spreewaldgurken“ war besonders gelungen. Unsere Sportlerinnen Swantje Glock, Hannah Auth und Cindy Karstedt holten sich bei der Hessenmeisterschaft jeweils den 1. Platz. Alena Schögin den 2. und Mirlinda Mislimi den 3. Platz. Bei der Deutschen Meisterschaft erreichte Swantje Glock den 3. und Hannah Auth den 4. Platz.

2009 wurde eine gemeinsame 3 Tagesfahrt nach Berlin zur Deutschen Schüler-Meisterschaft durchgeführt. Hier nahm unsere Sportlerin Swantje Glock teil und belegte den 2. Platz. Hannah Auth belegte bei der Deutschen Jugend-Meisterschaft den 6. Platz. Bei der Hessenmeisterschaft hatten sich zuvor beide Sportlerinnen den 1. Platz geholt.

2010 holten sich unsere Sportlerinnen Swantje Glock, Hannah Auth und Cindy Karstedt bei der Hessenmeisterschaft jeweils den 1. Platz. Die Nachwuchssportlerinnen Alena Schögin und Lara Krause erreichten den 4. Platz. Bei der Deutschen Meisterschaft errangen unsere Spitzensportlerinnen Swantje Glock den 1. und Hannah Auth den 6. Platz.

2011 errang Lara Krause bei der Hessenmeisterschaft den 1. Platz. Unsere Spitzensportlerin Hannah Auth gewann in diesem Jahr bei der Hessenmeisterschaft den Titel zum 6. mal in Folge, errang durch den 2.Platz im Qualifikationswettkampf der Junior-Masters einen der beiden  Startplätze für die  Europameisterschaften, ist seitdem Mitglied in der Juniorennationalmannschaft, siegte im Ländervergleichskampf gegen die Schweiz und belegte bei der  Deutschen Meisterschaft den 2. Platz. Den größten Einzelerfolg einer Sportlerin in der Vereinsgeschichte erzielte sie ebenfalls mit dem 2. Platz bei den Europameisterschaften 2011 in Höchst/Österreich.  Beim Sport-Ehrentag des Kreises Hersfeld-Rotenburg wurden die Sportlerinnen Hannah Auth, Swantje Glock und Cindy Karstedt für ihre sportlichen Erfolge geehrt.
Zum Ende der Saison im November 2011 beendete nach 30 Jahren Ingo Schaar seine erfolgreiche Arbeit als Trainer beim RSV. Mit dem Beginn seines Sohnes Heikos 1981 als Kunstradsportler, fand Ingo Schaar als Betreuer und später als Trainer den Weg zum Kunstradsport. Unter seiner Regie erreichten die aktiven Sportler 25 Hessenmeistertitel. Die jetzt 15jährige Swantje Glock führte er dreimal zu Podestplätzen bei den Deutschen Meisterschaften, 2010 gewann sie den Titel. Auch Hannah Auth, die in den ersten Jahren in der Trainingsgruppe von Ingo Schaar war, wurde Deutsche Vizemeisterin und im letzten Jahr Vize-Europameisterin. Betreut und trainiert und wird sie seit 2010 von ihrem Freund Felix Blümmel und ihrem Vater.

Unser Verein ist in den Abteilungen Kunstradfahren, Radball, Straßenradsport, Radtouren- und Radwanderfahren aktiv.
In den vielen Jahren errangen die Sportler des RSV Weiterode insgesamt folgende Titel:
33 Hessenmeister, 8 Hessische Vize-Meister, 1 Süd-West Deutschen Meister, 1 Deutschen Meister, 2 Deutsche Vize-Meister, 1 Europa Vize-Meister sowie viele (59) weitere gute Platzierungen.

Im 100jährigen Jubiläumsjahr 2012 richtete der Radsportverein Weiterode am 11. Februar 2012 die Bezirksmeisterschaft im Kunstradfahren in der Großsporthalle in Bebra aus.

Am 21. April 2012 fand in „Ellis Saal“ ein Festkommers statt.


Vorsitzende des Radsportvereins seit der Gründung:
Ludwig Trieselmann   (1912-1920)
Johannes Höll              (1921)
Daniel Pfau                   (1922)
Peter Gleim                   (1923)
Heinrich Gerlach          (1924)
Georg Gernhardt          (1925-1949)
Wilhelm Brall                (1950-1952)
Heinrich Paul                (1953)
Willi Holstein                 (1954-1955)
Hans Frank                   (1956-1959)
Wilhelm Osan               (1960-1970)
Günter Döttger              (1971-1983)
Bernd Gerlach               (1984-1991)
Dieter Schmitt                (1992)
Karl Wetterau                 (1993-1998)
Thorsten Wilhelm          (1999-2000)
Stephan Döttger            (2001-2004)
Thorsten Wilhlem          (seit 2005)

Ehrenvorsitzender seit 1999 ist Karl Wetterau.

Ehrenmitglieder: Ursel Herwig, Günter Döttger, Erwin Osan, Walter Herwig, Georg Gleim, Werner Herwig, Dieter Schmitt, Ingo Schaar;
verstorben Walter Groh, Hans Frank